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Bild zur Petition mit dem Thema: Unser Gesundheitssystem braucht mehr! Unser Gesundheitssystem braucht mehr!
  • Von: Mag. Lucia Schwarz, KIV/UG mehr
  • An: Gesundheitsministerin Sabine Oberhauser
  • Region: Österreich
    Kategorie: Gesundheit mehr
  • Status: Die Petition ist bereit zur Übergabe
    Sprache: Deutsch
  • Sammlung beendet
  • 1.888 Unterstützer
    Sammlung abgeschlossen

Unser Gesundheitssystem braucht mehr!

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Unser Gesundheitssystem braucht mehr!

Die momentane Arbeitssituation des Personals im Gesundheitssystem ist katastrophal. Schwerer Personalmangel, andauernde Überlastung und systematische Unterbezahlung sind nur einige der Probleme, die in Österreichs Spitälern alltäglich sind. Diese Zustände wirken sich direkt negativ auf die Qualität der PatientInnenbetreuung und die Untersuchungs- und Behandlungsintensität in öffentlichen Gesundheitseinrichtungen aus - die Pflege teilweise schwer kranker Menschen muss auf ein Minimum reduziert werden, die Wartezeiten auf teilweise extrem wichtige Untersuchungen steigen. Manchmal hilft da nur noch, privat aufzuzahlen, um vielleicht doch an die Untersuchung oder zur Behandlung zu kommen, die man braucht. Anstatt sich dieser Probleme aber anzunehmen, werden weiter Stellen gekürzt und damit noch größerer Druck auf das Personal aufgebaut, das mit immer weniger Menschen immer mehr leisten muss und dadurch sowieso schon am Limit ist.

Soll das die Lösung sein? Ist das die Zukunft der Gesundheitsversorgung in Österreich?

Wir finden: Unser Gesundheitssystem braucht mehr!

ALS PATIENT*INNEN SAGEN WIR: Wir wollen die beste medizinische Versorgung – auch ohne Zusatzversicherung! Wir wollen die beste Therapie – auch ohne private Zuzahlungen! Wir wollen die beste Pflege – auch in öffentlichen Geriatriezentren!

ALS MITARBEITER*INNEN IM GESUNDHEITSSYSTEM SAGEN WIR: Wir wollen Wertschätzung für unsere tägliche Arbeit – auch im öffentlichen Gesundheitssystem! Wir wollen uns Zeit nehmen für die Menschen, die wir pflegen – ohne schlechtes Gewissen! Wir wollen gerechten Lohn für unsere verantwortungsvolle Arbeit – ohne ständig darum streiten zu müssen!

Wir alle sagen: Gesundheit muss dem Staat etwas wert sein! UNSER GESUNDHEITSSYSTEM BRAUCHT MEHR!

LIEBE GESUNDHEITSMINISTERIN OBERHAUSER: Neben einem klaren Bekenntnis zur langfristigen Erhaltung unseres öffentlichen Gesundheitssystems und zur Sicherstellung der Qualität der Versorgung FORDERN WIR zur schnellen Verbesserung der Situation im Namen aller im Gesundheitsbereich Tätigen und im Namen aller PatientInnen:

  • 30% mehr Personal im Gesundheitsbereich
  • 30% mehr Gehalt für alle im Gesundheitsbereich Tätigen
  • Fundierte und praxisnahe Ausbildungsmodelle für alle im Gesundheitsbereich Tätigen
  • Rahmendienstzeiten von 38 Stunden/ Woche
  • Eine zusätzliche Urlaubswoche für alle im Gesundheitsbereich Tätigen

Dazu wird es auch eine Kundgebung geben: www.kiv.at/gesundheit/artikel/4576/kundgebung-gesundheit-mit-herz-und-verstand

Begründung:

Eines ist uns klar: Das Personal macht das Gesundheitssystem aus, sei das in den Spitälern, in den Altenheimen oder in der mobilen Pflege.

Es gehört viel dazu, kranke Menschen zu versorgen. Im öffentlichen Gesundheitssystem ist eine große Anzahl von Personen darum bemüht, sich bestmöglich um die ihnen anvertrauten Patientinnen und Patienten zu kümmern. Unter anderem arbeiten das Pflegepersonal, die ÄrztInnen, das Reinigungspersonal, die LabortechnikerInnen, die PhysiotherapeutInnen und die KrankenträgerInnen und viele mehr unermüdlich daran, die Gesundheit der Österreicherinnen und Österreicher zu gewährleisten und wiederherzustellen und uns allen menschenwürdige Pflege zu ermöglichen.

Leider werden diese wichtigen Tätigkeiten aber durch die schlechte Bezahlung, den Abbau von Arbeitsplätzen, die Fremdvergabe von Tätigkeiten bzw. die Ausgliederung und Privatisierung von öffentlichen Dienstleistungen und die sehr hohe Arbeitsbelastung immer schwieriger zu bewerkstelligen und dadurch für das Personal selbst auch immer unattraktiver, für die Krankenpfleger genauso wie für Ärztinnen, Köche oder Sozialarbeiterinnen. Es kommt dadurch zu Personalengpässen, Stellen bleiben unbesetzt, KollegInnen müssen regelmäßig einspringen, es gibt zu wenig Nachwuchs.

Diese Dauerüberlastung wirkt sich nicht nur auf das Personal im Gesundheitsbereich aus, sondern auch direkt auf die Patientinnen und Patienten: Denn dadurch muss die Intensität der Behandlungen und Untersuchungen notwendigerweise eingeschränkt und die Pflege teilweise schwer kranker Menschen auf ein Minimum reduziert werden. Die Qualität der Betreuung in öffentlichen Einrichtungen sinkt stark, es kommt zu einer steigenden PatientInnengefährdung.

Diese Probleme dürfen nicht länger ignoriert werden! Die Qualität unserer öffentlichen Gesundheitsversorgung ist ernsthaft gefährdet. Statt unser Gesundheitssystem auch in Zukunft für uns alle zu erhalten, wird jedoch weiter gekürzt und privatisiert und damit das Leben von PatientInnen und die Gesundheit des Pflegepersonals, der ÄrztInnen und aller MitarbeiterInnen gefährdet.

UNSERE GESUNDHEITSPOLITIK GEHT IN DIE FALSCHE RICHTUNG: Gesundheit muss dem Staat etwas wert sein!

WIR FORDERN DAHER nachhaltige Verbesserungen durch eine Reformierung der Pflege- und Gesundheitspolitik, die die Situation für Pflegende, Gepflegte und Angehörige nachhaltig verbessert!

30% MEHR PERSONAL Im öffentlichen Gesundheitsbereich fehlt es durchgehend an Personal. Um die Berufsflucht zu stoppen und die Attraktivität der Pflegeberufe zu steigern, sowie eine qualitativ hochwertige Pflege/ Betreuung zu gewährleisten, braucht es einen verbindlichen Personalschlüssel in allen Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen, um die persönliche Einzelbelastung wieder auf ein normaleres Maß zu senken. Der Personalschlüssel muss evaluiert und an die aktuellen Erfordernisse angepasst werden.

30% MEHR GEHALT Oft sind die Pflege und die Versorgung alter und kranker Menschen geistig und körperlich sehr anstrengend. Für ihren oft selbstlosen Einsatz werden allerdings nur die wenigsten MitarbeiterInnen im Gesundheitssystem gerecht entlohnt. Die Finanzierung einer menschenwürdigen Pflege und Versorgung für die gesamte Bevölkerung muss deshalb durch eine gerechte Entlohnungen für alle im Gesundheitssektor beschäftigten Berufsgruppen wertgeschätzt werden – unabhängig davon, ob für medizinisch notwendige Eingriffe oder eine Versorgung in einem Spital, in der Akutgeriatrie bzw. für längerfristige Aufenthalte in geriatrischen Einrichtungen.

FUNDIERTE UND PRAXISNAHE AUSBILDUNGSMODELLE Damit wir in unserem öffentlichen Gesundheitssystem auch künftig von qualifiziertem Personal betreut und versorgt werden, braucht es verbesserte Ausbildungsbedingungen und die systematische Entwicklung und Finanzierung von Aus-, Fort- und Weiterbildungen aller MitarbeiterInnen ohne zusätzliche finanzielle oder zeitliche Belastungen auf Kosten der Betroffenen.

RAHMENDIENSTZEITEN VON 38 STUNDEN/WOCHE Die im Gesundheitsbereich tätigen Menschen sind durch das allgemein fehlende Personal, die ständige Überlastung und die psychischen und physischen Anforderungen an ihren Beruf einer hohen Arbeitsbelastung ausgesetzt. Das wirkt sich unmittelbar auf die Qualität der PatientInnenbetreuung aus. Ein Wochenarbeitszeitmodell von 38 Stunden bei vollem Lohnausgleich ist darum eine gerechte und längst fällige Notwendigkeit.

EINE ZUSÄTZLICHE URLAUBSWOCHE Die MitarbeiterInnen im Gesundheitsbereich sind, durch ihre besondere Verantwortung im täglichen Umgang mit Menschen, physisch und psychisch besonderen Belastungen ausgesetzt. Aus diesem Grund ist die zusätzliche Urlaubswoche zur Regeneration und Gesundheitsprävention für alle MitarbeiterInnen unerlässlich.

Im Namen aller Unterzeichner/innen.

Wien, Österreich, 28.07.2015 (aktiv bis 27.10.2015)


Neuigkeiten

Petionslaufzeit verlängert Neuer Sammlungszeitraum: 3 Monate

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Debatte zur Petition

PRO: Die Angriffe auf das öff. Gesundheitssystem erfolgen vor allem deshalb, weil damit ein wesentlicher Sektor der gesamtgesellschaftlichen Reproduktion der direkten Kapitalverwertung entzogen ist.

CONTRA: So wichtig ein gutes Gesundheitssystem ist, so ist es bedenklich die gesamte "Care-Arbeit" zu professionalisieren, sprich dem Kapitalverwertungsprozess zu unterwerfen und so den Kapitalismus noch weiter auszudehnen. Siehe auch Andre Gorz: Kritik der öäkonomischen ...

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