Die Regierung hat die Förderungen für die Familienberatung um eine Million Euro gekürzt! Eine Kürzung um acht Prozent! Der Dachverband Familienberatung fordert nicht nur die Zurücknahme dieser Kürzung, sondern eine an den Bedarf angepasste Erhöhung für die psychosoziale Versorgung von Familien in Österreich!

Begründung

2017 wurden in den fast 400 Familienberatungsstellen in Österreich 230.000 Kinder, Jugendliche, Frauen, Männer, Paare und Familien in 475.000 Gesprächen beraten und betreut. Familienberatungsstellen sind vom Bund anerkannte und geförderte Beratungseinrichtungen zur Förderung der individuellen körperlichen, sozialen und psychischen Gesundheit.

Im Regierungsübereinkommen von ÖVP und FPÖ heißt es:

„Familien sind das Fundament unserer Gesellschaft. […] Familie gibt Halt, Sicherheit und Geborgenheit in jeder Lebenslage. Wichtige Aufgabe der Politik ist es daher, die erforderlichen Rahmenbedingungen anzubieten, damit die Familien in Österreich weiter gestärkt werden, um den Alltag und die Herausforderungen des Lebens bestmöglich meistern zu können.“

Die Auswirkungen der Budgetkürzung verkehrt die Aufgabe der Politik ins Gegenteil: 18.000 Menschen, Paare, Familien sind davon betroffen! 26.000 Beratungsstunden müssen eingespart werden! Und das in einer Zeit, in der laut wissenschaftlichen Studien viele Familien starken Belastungen ausgesetzt sind und psychische Störungen erheblich ansteigen. Bereits jetzt gibt es in Österreich lange Wartezeiten für Hilfesuchende. Die volkswirtschaftlichen Kosten mangelnder Unterstützung von Personen in Druck-situationen sind, durch zahlreiche psychische Folgeerkrankungen wie Depression, Angst- und Panikstörungen, Erschöpfungssyndrom, Suchtgefährdung sowie der Zunahme von Aggression und Gewalt, enorm.

In der Familienberatung finden Menschen kostenfreie und anonyme Unterstützung in vielfältigen Krisen wie zum Beispiel bei Erziehungsproblemen, Familien- und Paarkonflikten, Trennungen, Kindesmisshandlungen, (häuslicher) Gewalt, schulischen Problemen, Arbeitslosigkeit, psychischen Problemen, Behinderung, Migration, (Cyber-) Mobbing, Sucht, Diskriminierungen etc. Ziel ist neben der Hilfestellung in akuten Lebenskrisen eine umfassende Präventionsarbeit, v.a. hinsichtlich Gewalt und sexuellem Missbrauch.

Um die psychosoziale Gesundheit in Österreich zu gewährleisten, werden pro Jahr 20 Millionen Euro an Förderungen benötigt! 2017 betrug das Budget für die fast 400 Familienberatungsstellen 13,1 Millionen Euro. „Eine Kürzung des Budgets um eine Million Euro ist familienpolitisch ein verheerendes Signal und den vielen notleidenden Familien und Menschen in unserem Wohlfahrtsstaat Österreich gegenüber unverantwortlich.“, so Mag. Johannes Wahala vom Dachverband Familienberatung.

Österreich braucht weiterhin eine ausgewogene, gerechte und unterstützend wirkende Familienpolitik. Die fast 400 Familienberatungsstellen leisten einen unverzichtbaren Beitrag zur Familienförderung in Österreich.

Die Unterzeichnenden dieser Protestnote fordern die verantwortlichen PolitikerInnen, allen voran Bundeskanzler Sebastian Kurz und Familienministerin Mag.a Dr.in Juliane Bogner-Strauß auf, die Budgetkürzung der Familienberatung zurückzunehmen und für eine an den Bedarf angepasste Erhöhung für die psychosoziale Versorgung von Familien in Österreich zu sorgen.

Vielen Dank für Ihre Unterstützung, Mag. Johannes Wahala aus Wien
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Pro

Die Kürzung fällt budgetär nicht ins Gewicht und ist damit sogar in dieser - engen finanziellen - Hinsicht sinnlos. Sozial ist sie natürlich schädlich, weil Menschen in schwierigen Situationen (zB familiäre Gewalt) in Familienberatungsstellen Unterstützung finden, die noch Schlimmeres verhindern kann.

Contra

Rein politisch motiviert. Hier geht es nur darum, der Regierung eins auswischen zu wollen. Sehr akademisch formuliert, damit eine bestimmte Zielgruppe darauf hereinfällt.