Region: Austria
Science

Corona-Fonds für befristet angestellte Wissenschaftler*innen der Uni Wien!

Petition is directed to
Bundesminister Univ.-Prof. Dr. Faßmann und Rektor o. Univ.-Prof. Dipl.-Ing. Dr. Engl
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  1. Launched December 2020
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Sehr geehrter Herr Bundesminister Univ.-Prof. Dr. Faßmann!

Sehr geehrter Herr Rektor o. Univ.-Prof. Dipl.-Ing. Dr. Engl!

Am 11. Dezember 2020 hat alle Mitarbeiter*innen der Universität Wien ein „herzliches Dankeschön“ des Rektorats erreicht, in dem steht:

„Die Zeit gegen Ende des Jahres eignet sich besonders gut, um über Vergangenes zu reflektieren und sich auf Zukünftiges vorzubereiten. Es ist bemerkenswert, was die Universität und damit Sie alle im letzten Jahr geleistet haben. Ein herzliches Dankeschön dafür. Lassen Sie uns gestärkt und hoffnungsvoll ins neue Jahr 2021 blicken, denn wir sind davon überzeugt, dass wir auch zukünftige Herausforderungen gemeinsam meistern werden. [...] Wissenschaft, Wissensdurst und Wissensvermittlung pausieren auch in Coronazeiten nicht. Mit Ihrem Beitrag konnten wir einem Stillstand in vielerlei Hinsicht entgegenwirken.“

Auch wir haben reflektiert. Ja, wir haben viel geleistet. Aber wir können nicht gestärkt und hoffnungsvoll in das Jahr 2021 blicken! Die anhaltende Krise und die drohenden Folgen der geplanten UG-Novelle verschlimmern unsere ohnehin schon prekäre Situation drastisch. Wir wissenschaftlichen Mitarbeiter*innen mit befristetem Dienstverhältnis an der Universität Wien blicken in Bezug auf unser Arbeitsverhältnis und unsere wissenschaftliche Qualifikation in eine unsichere und ungewisse Zukunft, die Stillstand bedeutet.

Die Covid-19-Pandemie stellt unsere Gesellschaft vor große Herausforderungen, für deren Bewältigung Erkenntnisse aus der Forschung und Wissenschaft unabdinglich sind. Aber eben diese Wissenschaft und insbesondere der berufliche Alltag von Forscher*innen in prekären Dienstverhältnissen sind nun zusätzlich seit Beginn der Covid-19-Maßnahmen vielfältig, dauerhaft und nachhaltig beeinträchtigt. Wir sind konfrontiert mit Verzögerungen in der Forschung, Mehraufwand in der Lehre, Arbeit im Home-Office bei mangelnden räumlichen und technischen Ressourcen sowie Vereinbarkeitsproblematiken. Diese Situation hat langfristige und tiefgreifende Auswirkung auf eine zeitgerechte Erfüllung von Qualifizierungszielen, den Fortschritt sowie Abschluss von Forschungsprojekten im geplanten und finanzierten Befristungszeitraum.

Geplante Forschungsphasen können nicht oder nur eingeschränkt durchgeführt werden, Präsentationen sowie Veröffentlichungen verzögern sich oder entfallen gänzlich. Wissenschaftliche Kongresse wurden und werden abgesagt oder in weite Ferne verschoben. Virtuelle Meetings, die in der Zahl zwar explodieren, ersetzen jedoch bei weitem nicht die in persönlichen Treffen gegebene und insbesondere für Forscher*innen in Qualifizierungsphasen notwendige Betreuungs- und Vernetzungsqualität, national wie international. Nur durch unseren unermüdlichen Einsatz und die Investition von enorm viel Zeit und Energie war es überhaupt möglich, eine qualitätsvolle Lehre an der Universität Wien auch in digitaler Form aufrecht zu erhalten und den Studierenden unter schwierigen Bedingungen ein hochwertiges Bildungsprogramm zu bieten. Diese Umstellung, die wesentlich mit der zeitlichen und räumlichen Entgrenzung der wissenschaftlichen Tätigkeit erkauft wurde, hat bestehende Anforderungen und Vereinbarkeitsherausforderungen, wie etwa Care-Tätigkeiten und individuellen Verpflichtungen, erheblich erschwert. Die multiplen Anforderungen führen die Betroffenen an die Grenzen der Leistungsfähigkeit – wir sind an dieser Grenze!

Reason

Befristete Dienstverhältnisse verursachen an sich schon einen zeitlichen und emotionalen Druck, da sie nur einen hochgradig limitierten Planungshorizont zulassen. Nun gesellt sich zu den durch Covid-19 und dessen Folgen erschwerten Arbeitsbedingungen sowie den damit verbundenen multiplen Herausforderungen und Karrierebrüchen befristet beschäftigter Wissenschaftler*innen eine untragbare UG-Novelle. Deren Folgen greifen massiv in bisherige Lebens- und Karriereplanungen ein und verschärfen die ohnehin bestehenden Unsicherheiten befristet beschäftigter Wissenschaftler*innen, Lektor*innen sowie studentischer Mitarbeiter*innen. Das sind Entwicklungen, die wir so endgültig nicht mehr akzeptieren können!

Daher haben sich wissenschaftliche Mitarbeiter*innen mit befristeten Dienstverträgen und weitere Unterstützer*innen der ganzen Universität Wien zusammengeschlossen, um folgende – auf die Covid-19-Auswirkungen bezogenen – Forderungen an das Rektorat der Universität Wien und das Bundesministerium für Bildung, Wissenschaft und Forschung zu stellen:

  • Die Universität Wien muss ihrer Verantwortung als Arbeitsgeberin gerecht werden, und zwar für ALLE wissenschaftlichen Mitarbeiter*innen, die sich in einem befristeten Dienstverhältnis befinden (Drittmittelprojekte, Stipendien, prae- und post-DOC, studentische Mitarbeiter*innen).
  • Es muss eine voll finanzierte und an keine weiteren Bedingungen geknüpfte Vertragsverlängerung für die von den Corona-Maßnahmen betroffene Arbeitszeit, daher für 12 Monate, für alle befristet beschäftigten Wissenschaftler*innen ohne Konsequenzen für Covid-19-unabhängige Verlängerungen geben.
  • Vertragsverlängerungen dürfen nicht an individuelle Rechtfertigungsgründe, Einzelanträge und Budgetzuordnungen geknüpft werden. Alle befristet beschäftigten Wissenschaftler*innen sind von der Covid-19 bedingten Arbeitssituation in der Forschung, der Lehre und in Bezug auf Qualifikationsarbeiten negativ betroffen.
  • Die Bundesregierung bietet Unternehmen dringend benötigte Formen der Förderungen – Wir fordern von der Bundesregierung einen Fonds für die vollfinanzierte Verlängerung befristeter Dienstverhältnisse wissenschaftlicher Mitarbeiter*innen.

Der untragbaren Verstärkung der Prekarität, wie sie mit den vielen Monaten der Covid-19-bedingten Beeinträchtigungen einhergeht, kann nicht nur durch wohlgemeinte, anerkennende Worte oder unter Zeit- und Rechtfertigungsdruck zu entscheidende einmalige Einzellösungen entgegnet werden. Es benötigt mittel- und langfristig angelegte Maßnahmen des Bundesministeriums für Bildung, Wissenschaft und Forschung sowie der Universität Wien, zu deren Umsetzung wir Sie hiermit auffordern!

News

  • Liebe Unterstützer*innen!

    Zur Erinnerung: Morgen, 18.03., von 12-13 Uhr informeller Austausch in digitaler Form um weitere Handlungsmöglichkeiten zu erfassen; Bei Teilnahmewunsch und zwecks Link-Zusendung bitte um Nachricht an: marlies.zuccato-doutlik@univie.ac.at

    Liebe Grüße,

    Marlies Zuccato-Doutlik, Elisabeth Mayer, Hannah Quinz und Tilo Grenz

  • Liebe Unterstützer*innen!

    Wir haben zwar Nachrichten von Vizerektorin und Bundesminister erhalten (Herr Rektor Engel hat auf unsere neuerliche Urgenz nicht mehr reagiert), allerdings sind diese unseres Erachtens nicht zufriedenstellend.

    Aus dem Vizerektorat bekamen wir die Botschaft, dass die derzeit angebotenen Verlängerungsmöglichkeiten ohnehin großzügig seien. (Anm.: um eine Verlängerung zu erhalten, muss eine umfassende Begründung sowie eine Finanzierung der Verlängerung gegeben sein sowie muss das Anstellungsende nahe bzw. die Kettenvertragsregelung schlagend sein.)

    Der Bundesminister sieht keine Notwendigkeit für einen Corona-Fonds, da die Universität Wien ohnehin Übergangsregelungen anbietet. Außerdem seien Vertragsverlängerungen... further

  • Liebe Unterstützer*innen!

    Auf unser erstes Schreiben an Herrn Bundesminister Faßmann und Herrn Rektor Engl vom 18. Jänner haben wir nur sehr knappe Antworten erhalten in denen die Forderung der Einrichtung eines Coronafonds weitgehend unbeachtet blieb. Auch die Anfrage einer Petitionsübergabe führte zu keiner Vereinbarung eines Übergabetermins. Daher forderten wir mit weiteren Mails am 28. Jänner und 12. Februar die beiden Adressierten noch einmal auf, zu den Forderungen konkret Stellung zu beziehen und eine öffentliche Petitionsübergabe zu ermöglichen. Wir erhalten seitdem keine Rückmeldung. Unsere Anfragen und damit Eure/Ihre 538 Stimmen werden derzeit nicht gehört - das wollen und können wir nicht hinnehmen!
    Wir werden nun abermals die... further

Not yet a PRO argument.

Die Petition ist sehr wissenschaftlich verfasst. Offenbar muss man studiert haben um das Anliegen herauszulesen, - es fehlt. Ich bin kein Wissenschafter, als Elektriker mit Matura, weiß ich seit Hauptschulzeiten die 5 W Fragen ... Was Wann Wo ... auch die Gliederung ist fragwürdig. Mit zunehmender Lesbarkeit sinkt offenbar der wissenschaftliche Wert eines Textes.

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