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Mit einer neuen Verordnung soll den Standortgemeinden das Zustimmungsrecht für Windparks von nationalem Interesse entzogen werden. Betroffene Landgemeinden wie Kirchlindach, Meikirch, Schüpfen und Lyss wurden übergangen – konsultiert wurden im Mitberichtsverfahren einzig Städte über 10'000 Einwohner. Das ist undemokratisch, rechtlich fragwürdig und ein Affront gegenüber der Bevölkerung.
Der Bund verlangt ausdrücklich die Zustimmung der Standortgemeinde. Trotzdem versucht die kantonale Direktion für Inneres und Justiz unter der Leitung von Aline Trede, diese Gemeindeautonomie per Verordnung auszuhebeln. Ohne Not, ohne Dringlichkeit – und ohne Rücksicht auf die Menschen, die direkt betroffen wären.
In Kirchlindach hat die Bevölkerung erst kürzlich entschieden, dass sie über Windindustrieanlagen auf ihrem Gemeindegebiet abstimmen will. Dieses demokratische Recht darf nicht ausgehebelt werden.
Wir setzen uns mit voller Kraft dafür ein, dass die Bevölkerung am Frienisberg weiterhin über ihren Lebensraum bestimmen können. Die Interessen der betroffenen Bevölkerung müssen Vorrang haben – nicht jene der Windindustrie.
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Geschätzte Unterzeichner unserer Petition
Letzten Freitag haben wir vom Gemeinderat Kirchlindach beiliegende Antwort zu unserer Petition "NEIN zu den geplanten Windenergie-Anlagen im Lindechwald/Kohlholz" erhalten.
Die Antwort des Gemeinderates zu den geplanten Windindustrieanlagen ist eine verpasste Chance – und ein enttäuschendes Signal an die Bevölkerung. Anstatt Verantwortung zu übernehmen und das umstrittene Projekt kritisch zu hinterfragen, schiebt der Gemeinderat die «heisse Kartoffel» an den Kanton ab. Dies ignoriert völlig, dass der Gemeinderat selbst die Voraussetzung geschaffen hat, damit der «Prüfraum Kirchlindach» überhaupt in den kantonalen Richtplan aufgenommen wurde. Wer damals zustimmte, kann heute nicht glaubwürdig behaupten, das Geschehen liege ausserhalb seines Einflussbereichs.
Zudem verkennt der Gemeinderat, dass die Windparkpläne nicht nur Kirchlindach betreffen, sondern ebenso Meikirch, Schüpfen und Münchenbuchsee. In allen diesen Gemeinden gibt es einen massiven Widerstand in der Bevölkerung – ein Widerstand, der ernst genommen und nicht relativiert werden sollte. Der Erfolg der Wald- und Gemeindeschutz-Initiativen zeigt deutlich, wie gross die Sorge um Natur, Landschaft und Gemeindeautonomie ist.
Statt Transparenz zu schaffen, wird die Bevölkerung mit Spurgruppen und pauschalen Hinweisen auf laufende Prüfungen beruhigt, während gleichzeitig Vertreter ausländischer Investoren – getarnt hinter einem Schweizer Firmenkonstrukt – ungehindert in Gemeindeverwaltungen ein- und ausgehen. Wer so handelt, nährt den Eindruck, dass hinter den Kulissen längst politische Weichen gestellt wurden, während gegen aussen der Eindruck eines offenen Prozesses vermittelt wird.
Wir fordern den Gemeinderat auf, endlich Klartext zu sprechen: Will er diese Windräder – ja oder nein? Die Bevölkerung hat Anspruch auf Ehrlichkeit. Dazu gehört auch das Eingeständnis, dass man bisher aktiv an der Ermöglichung dieses Projekts mitgewirkt hat.
Der Gemeinderat hat es verpasst, eine klare Haltung zugunsten der Gemeinde, des Waldes und der betroffenen Bevölkerung einzunehmen. Doch der Widerstand wird weitergehen – in Kirchlindach, am ganzen Frienisberg und in den Nachbarsgemeinden.
Nur ein transparenter, ehrlicher und partizipativer Prozess kann das Vertrauen wieder herstellen, das durch diese Stellungnahme einmal mehr erschüttert wurde.
An dieser Stelle möchten wir uns nochmals ganz herzlich bedanken für die grosse Unterstützung, die wir bisher von euch erfahren durften. Jede Woche erreichen uns viele Nachrichten, die uns ermutigen, weiterhin mit voller Kraft gegen die geplanten Windindustrieanlagen auf dem Frienisberg einsetzen - in Kirchlindach sowie in Seedorf und Schüpfen. Im Frühjahr 2026 finden bereits unsere nächsten Anlässe statt, zu den wir euch gerne einladen werden.
Herzliche Grüsse
Gegenwind Frienisberg
Jonathan Zbinden, Verantwortlicher Kommunikation