PFUSCH GEFÄHRDET 140.000 PFERDE!

Der Beruf „Huf- und Klauenbeschlag“, im Volksmund Hufschmied genannt, ist nun wieder ein freies Gewerbe ohne Qualifikationsnachweis. Das bedeutet konkret, dass nun JEDER ein Pferde beschlagen darf, ohne das je gelernt zu haben. Dies ist ethisch unvertretbar, da falsch beschlagene Hufe eine unmittelbare Gefahr für die Gesundheit von Pferden darstellen und in weiterer Folge die Sicherheit für Leib und Leben auch für Reiter bzw. andere Menschen, die mit Pferden in Kontakt kommen, gefährdet ist.

In Österreich gibt es derzeit rund 400 Hufschmiede, die ihren Beruf durch eine fundierte Ausbildung erlernt haben, um im Einklang mit dem Tierschutzgesetz ihre komplexe Aufgabe verantwortungsvoll an über 140.000 Pferden, aber auch vielen anderen Huftieren zu verrichten.

Gerade die Arbeit am lebenden Tier erfordert äußerste Kompetenz, beginnend bei der veterinärmedizinischen Komponente bis hin zur metalltechnischen Fertigkeit und der Fähigkeit, mit Tieren umzugehen.

Daher fordern wir die Parteien im Österreichischen Parlament auf, den Beruf HUF- UND KLAUENBESCHLAG als Gewerbe mit entsprechendem Qualifikationsnachweis zu erhalten!

BUNDESINNUNG DER METALLTECHNIKER

ÖSTERREICHISCHER HUFSCHMIEDE VERBAND

ÖSTERREICHISCHER PFERDESPORTVERBAND

ÖSTERREICHISCHE PFERDEFACHÄRZTE

ÖSTERREICHISCHE TIERÄRZTEKAMMER

VETERINÄRMEDIZINISCHE UNIVERSITÄT WIEN

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Reason

Die Gesundheit und das Wohlergehen von 140.000 Pferden in Österreich stehen auf dem Spiel! Und in weiterer Folge die Sicherheit und das Wohlergehen von Menschen, die mit diesen Pferden zu tun haben, weil eine falsche Hufstellung beim Reiten tödlich enden kann. Mit gutem Grund hat sich die Ausbildung zum Hufschmied in Zusammenarbeit aller Pferde- und Metallbearbeitungsexperten und Institutionen in den letzten Jahren etabliert. Bei diesem Gewerbe geht es nicht um Reglementierungswut, sondern um Qualitätssicherung und den verantwortungsvollen Umgang mit Mensch und Tier.

Das Kippen des bereits ausverhandelten Gesetzes bedeutet, dass jeder der einen Hammer schwingen kann, ab sofort Pferde beschlagen darf. Das ist für jeden, der auch nur eine Ahnung von der Komplexität des Hufbeschlags hat, der weiß, wie wesentlich Hufschutz und Hufgesundheit für Leistungsfähigkeit, Gesundheit, ja das Leben der Pferde sind, eine Horrorvorstellung.

MEDIZINISCHES KUNSTHANDWERK HUFBESCHLAG

Der Hufschmied bearbeitet ein glühendes Stück Metall so, dass es den Pferdehuf perfekt in seiner Funktion unterstützt und schützt. Handelt es sich um einen kranken Huf, ist noch mehr Expertenwissen gefragt. Wie entferne bzw. bearbeite ich kranke Hufabschnitte, wie passe ich den Stahl an die dadurch geänderten biomechanischen Bedingungen an? Dann ist es medizinisches Kunsthandwerk, wodurch der Patient Pferd wieder ins Leben zurückfinden, oder sein Comeback im Sport geben kann. Die Befestigung der Hufeisen erfolgt durch Hufnägel, welche in geringstem Abstand zu durchblutetem Gewebe und Knochen durch das Hufhorn geschlagen werden. All das soll in Zukunft keine Ausbildung mehr benötigen? Es ist unverantwortlich und tierschutzrelevant, Menschen ohne fundierte Ausbildung eine solch wertvolle und wichtige Arbeit machen zu lassen!

Umfassende Kenntnisse der Anatomie, des natürlichen Bewegungsablaufes, der Hufbelastungen und Erkrankungen sind die Grundvoraussetzungen, um den Anforderungen des Hufschmied-Berufs gerecht werden zu können. Dafür ist eine fundierte mehrjährige Ausbildung in Theorie und Praxis nötig, die laufend modernisiert und an die Forschungsergebnisse angepasst werden muss.

Unabhängig von der Nutzung des Pferdes können falsch korrigierte Hufe orthopädische Probleme verschlimmern oder verursachen. Durch kompetente Korrektur hingegen können Lahmheit oder Gangveränderungen verbessert oder geheilt werden.

Nicht nur wir sind davon überzeugt, dass eine fundierte Ausbildung in Kombination mit einer geregelten Abschlussprüfung unerlässlich für die Sicherstellung der (Huf-)Gesundheit bei Pferden ist. Deshalb zitieren wir an dieser Stelle noch einige Expertinnen und Experten in Sachen Pferd, Huf und Metallbearbeitung. Unterstützen Sie bitte wie diese unsere Petition zu Schutz von Mensch und Pferd!

„Niemand, der mit Pferden zu tun hat, der weiß, wie essenziell fachlich kompetente Hufpflege und korrekter Hufschutz für Gesundheit, Leistungsfähigkeit und Leben eines Pferdes sind, kann diese Entscheidung nachvollziehen, geschweige denn gutheißen.“ EVA MORAWETZ, CHEFREDAKTEURIN PFERDEREVUE

„Die Freigabe des Gewerbes halte ich für katastrophal - für unsere Pferde, aber auch für die Pferdebesitzer und Pferdesportler. Es geht hier um Lebewesen, die unsere Partner sind und denen wir die beste Behandlung und qualifizierten Hufbeschlag schulden.“ ELISABETH MAX-THEURER, OLYMPIASIEGERIN UND PRÄSIDENTIN DES ÖSTERREICHISCHEN PFERDESPORTVERBANDES

„Berufe, bei denen Leib und Leben, Vermögen oder Umwelt in Gefahr geraten können, sollten einer gesetzlichen Befähigung bedürfen, auch die Veterinärmediziner forderten vorab eine stärkere Qualitätskontrolle. Mit dieser Begründung ist die jetzige Entscheidung doch der völlig falsche Lösungsansatz! Werden Expertenmeinungen ignoriert? Pferde sind Lebewesen - wenn sie falsch beschlagen werden, müssen sie im schlimmsten Fall eingeschläfert werden. Ich kann meine Fassungslosigkeit kaum verbergen.“ HARALD SCHINNERL, BUNDESINNUNGSMEISTER METALLTECHNIK

„Die Österreichische Tierärztekammer hält fest, dass die Vermeidung von Schmerzen im Umgang mit Tieren oberste Priorität haben muss. Für eine fachgerechte Huf- und Klauenbearbeitung ist ein umfangreiches Wissen aus den Bereichen Anatomie und Physiologie unbedingt notwendig. In der orthopädischen Behandlung von Pferden ist der Hufschmied für den behandelnden Tierarzt ein wichtiger Partner, ohne den/die in vielen Fällen keine erfolgreiche Therapie mit dem Ziel der Schmerzlinderung und Lahmheitsfreiheit erreicht werden kann!“ ÖSTERREICHISCHE TIERÄRZTEKAMMER

Thank you for your support, Österreichischer Hufschmiedeverband from Stadl-Paura
Question to the initiator

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  • Am 19. April war eine Delegation des Österreichischen Hufschmiedeverbands mit der Präsidentin des Österreichischen Pferdesportverbands, Elisabeth Max-Theurer bei Nationalratspräsidenten Mag. Wolfgang Sobotka um unsere Petition zur Änderung der Gewerbeordnung zu übergeben.
    Wir werden in den nächsten Wochen und Monaten viele Gespräche führen um Entscheidungsträger für unser Anliegen zu gewinnen. Der früheste Termin für eine positive Entscheidung ist im Herbst im Rahmen einer Evaluierung bzw. im Frühling 2019 bei der nächsten Reform der Gewerbeordnung.
    Wir halten Sie am Laufenden...

  • Sehr geehrte Unterzeichner der Petition "Geregeltes Gewerbe Hufschmied zum Schutz von Mensch und Tier",

    dank ihnen haben wir es geschafft und 9.218 Unterschriften beisammen. Die Petition wird nun in den Österreichischen Nationalrat eingebracht und wir hoffen auf eine positive Behandlung.

    Natürlich halten wir sie auf dem Laufenden.

    Mit besten Grüßen,

    BUNDESINNUNG DER METALLTECHNIKER
    ÖSTERREICHISCHER HUFSCHMIEDE VERBAND
    ÖSTERREICHISCHER PFERDESPORTVERBAND
    ÖSTERREICHISCHE PFERDEFACHÄRZTE
    ÖSTERREICHISCHE TIERÄRZTEKAMMER
    VETERINÄRMEDIZINISCHE UNIVERSITÄT WIEN

pro

Hufpflege u Hufkorrektur sind die Grundlagen jeden Hufbeschlages. Jeder Hufschmied ist daher auch Barhufpfleger u betreut viele Barhufpferde. Natürlich ist Barfuß gehen gesund, wenn die Voraussetzungen dafür gegeben sind. Fachgerechte Korrektur benötigt mindestens 3 Jahre Ausbildung und ist nicht in wenigen Wochen oder Monaten erlernbar!!! Jeder Barhufpfleger ist eingeladen die Hufbeschlagsausbildung zu absolvieren um sich anschließend der Barhufpflege zu widmen. Weltweit hilft der Hufbeschlag den Pferden im Sport, Arbeit u Freizeit. Orthopädie ohne Hufbeschlag ist undenkbar!

contra

Tja ist die momentane Situation nicht wirklich sinnvoll, dennoch ist es von der Innung der Hufschmiede selbst verursacht! Jahrelang hat sich der Hufschmiedeverband gegen eine eigene Ausbildung zum Barhufpleger ausgesprochen und so die Zeichen der Zeit verpasst. Immer mehr Pferdebesitzer konnten erkennen, dass der Beschlag ein "notwendiges Übel ist". 80% der Pferde könnten aber barhuf laufen. Viele Hufschmiede wollen das "nur" ausschneiden aber nicht, da hier nicht soviel verdient werden kann. So wurde Tür und Tor für diesen Barhuf- Wildwuchs gelegt. Zusammenarbeit wäre gefragt...