Wir fordern Asyl oder humanitäres Bleiberecht für Karine Asatryan.

Razones

Winter 2015/16. Ein Musikschul-Benefizkonzert für Asyl in der evangelischen Kirche Murau in der Steiermark. Am Ende des Konzertes betritt ein zehnjähriges, schwarzhaariges Mädchen aus Armenien die Bühne und erzählt von sich und ihrer Familie. Neun Jahre Flucht. Russland. Frankreich. Seit vier Jahren Österreich. Die Familie ist in der Zwischenzeit größer geworden. Ein Bruder, sieben Jahre alt, eine Schwester, ein halbes Jahr alt. Seit sie in Österreich lebt, ist alles schöner geworden. Schule, Freunde, eine nette Wohnung, die ein Freund zur Verfügung stellt. Sie ist sehr glücklich, in Österreich zu sein.

Das Drama der Flucht, das Hunderttausende betrifft, hat ein Gesicht bekommen: Karine. In der Agape nach dem Konzert steht dieses Kind vor mir und fragt, ob sie in meinem Chor singen darf. Seither kommt sie jeden Dienstag pünktlich zur Chorprobe, singt bei allen Konzerten mit, besucht auch seit 14 Monaten am Montag eifrig meinen Klavierunterricht und übt zuhause auf einem geliehenen E-Piano.

Die Tragödie der unzähligen Menschen, die heimatlos an den Türen der Europäer anklopfen, ist Mensch geworden. Ein Mensch, den ich lieben gelernt habe. Für den ich Verantwortung übernommen habe wie für alle meine anderen Schülerinnen und Schüler. Sie ist Teil der kleinen Familie geworden, die meine Musikschulklasse darstellt.

Aber nicht nur das. Sie hat ihre gesamte bisherige Schulzeit, (mittlerweile ist sie in der ersten NMS) in Österreich absolviert, lernt ausgezeichnet, trifft sich mit Freundinnen, geht in die Kirche. Anfangs ist sie manchmal weinend nach Hause gekommen, weil sie nicht dazu gehört hat oder als Ausländerin beschimpft geworden ist. Heute gehört sie einfach dazu. Auch ihre Geschwister und ihre Eltern sind mittlerweile hier zuhause, alle sprechen gut Deutsch und sind voll integriert. Sie haben ein Zuhause gefunden.

Seit drei Tagen weiß die Familie, dass auch die zweite Instanz ihres Asylantrages abgelehnt worden ist. Fünf Jahre des Wartens mit dem Damoklesschwert Negativ über ihren Köpfen umsonst. Fünf Jahre des Hoffens und Bangens enden in Verzweiflung. Auch ein dritter Anlauf würde nichts bringen, meint der Anwalt. Derzeit sind ihre Chancen auf Asyl gleich Null. Die Unmenschlichkeit, die so viele Menschen betrifft, hat ein Gesicht bekommen. Ein kleines Mädchengesicht, das nur ein Zuhause kennt - ihren kleinen Lebenskreis in dem kleinen Städtchen Murau - ihre Klasse, ihre Kirche, ihre Freunde, ihren Chor, ihr Klavier. All das soll sie verlassen. Weggerissen ins Nirgendwo. Auf die Straße gesetzt ohne Hoffnung, jemals irgendwo ankommen zu dürfen, denn eine Rückkehr ist nicht möglich.

Ist es nach 10 Jahren noch wichtig, warum die Familie aus Armenien geflohen ist? Können wir entscheiden, ob sie ein Recht auf Flucht hatten? Können wir feststellen, ob eine Abschiebung für sie Leben bedeutet oder Tod?

Aber eines weiß ich genau, wir haben diesen Menschen Gastfreundschaft erwiesen. Fünf Jahre lang. Das bedeutet auch, dass wir Verantwortung tragen. Egal, ob Behörden die Flucht der Familie als berechtigt ansehen oder nicht. Egal, was unsere Gesetze sagen oder die Behörden festlegen. Für dieses Kind ist es nicht tragbar, aus ihrem kleinen Zuhause rausgeworfen zu werden. Karine ist nur ein Gesicht von vielen. Aber sie ist das Gesicht, das ich am besten kenne. Dieses Gesicht ist Teil meines Lebens, Teil meines Chores, Teil meiner Musikklasse. Eine weitere Entwurzelung wäre zu viel für dieses Menschenkind.

Deshalb fordere ich humanitäres Bleiberecht für Karine Asatryan und ihre Familie. Und bitte alle, die dies lesen, in meine Forderung einzustimmen und diese Botschaft zu verbreiten. Denn mitten in all den Diskussionen um die Angst der ÖsterreicherInnen, dass unsere christliche Kultur zerstört werden könnte, frage ich laut:

Würde Jesus dieses Kind vor seine Tür setzen?

Gracias por su ayuda, Andrea Ertlschweiger de Mariahof/Neumarkt
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  • Liebe Menschen!

    Dieses Mal schreibe ich Ihnen, weil die Zeit der Petition abläuft und nicht mehr verlängerbar ist. Unsere Gesetzesmühlen mahlen leider etwas langsamer. Im Antrag um Asyl oder Bleiberecht für Karine und ihre Familie heißt es leider noch immer warten. Keine Nachrichten von der zuständigen Amtsstelle. Ich werde nun alle Unterschriften herunterladen und aufbewahren, falls es notwendig wird, weitere Schritte zu unternehmen.

    Falls Sie Nachrichten erhalten wollen, wie es Karine weiter ergeht, schreiben Sie mir bitte persönlich ein Mail, damit ich Ihre Adresse habe. Ich werde Sie dann bei Neuigkeiten verständigen. andrea.ertlschweiger@gmx.at

    So hoffe ich, dass Sie weiterhin mit mir gute Gedanken zu dieser Familie senden. Ich danke Ihnen allen aus tiefstem Herzen für Ihre Unterschrift und Ihre gedankliche Unterstützung.
    Möge dieser Segen den Weg zu Ihnen zurück finden!

    Alles Gute für Sie! Andrea ⭐

  • Liebe Menschen!

    Leider soll der Link in dem Schreiben, das ich heute versendet haben, nicht funktionieren. Ich bitte herzlich um Entschuldigung. Hier ist er nochmals und ich hoffe, dass jetzt alles seine Richtigkeit hat.

    www.openpetition.eu/at/petition/online/bleiberecht-fuer-fluechtlingskinder-und-deren-eltern

    Danke! Andrea

  • www.openpetition.eu/…/bleiberecht-fuer-fluechtlings…

    Liebe Menschen!

    Über Karine und ihre Familie gibt es leider keine Nachrichten zu übermitteln. Alles ist im Wartemodus. Ich möchte Euch aber heute eine weitere Petition übermitteln, die vielleicht einen Teil dazu beitragen könnte, dass auch unser Anliegen für Karine noch mehr Gewicht verleiht.

    Vielen Kindern ergeht es zur Zeit wie Karine und ihren Geschwistern. Sie leben ein Leben wie alle österreichischen Kinder. Sie gehen zur Schule, arbeiten dafür, haben vielleicht Angst vor dem Ausgang einer Schularbeit, gehen vielleicht in die Musikschule, singen im Chor, gestalten ihre Freizeit, werden manchmal krank und wieder gesund, freuen sich auf bestimmte Feste, u. v. m.... Ein ganz normales Kinderleben. Aber ist es das wirklich?

    Die Wurzeln zerschnitten, die Zukunft im Ungewissen, Eltern, die versuchen, ihre Ängste und Sorgen zu verbergen, Nachrichten in den Medien, die von Abschiebungen und von verschärften Gesetzen gegen Asylwerber berichten, schiefe Blicke und Beschimpfungen am Schulweg. Kinder beobachten, spüren, erleben. Und sie wissen - nichts ist gewiss, alles ist ungewiss. Schon in der nächsten Stunde kann alles zu Ende sein und die Härten der Flucht beginnen von vorne. Selbst wenn das Kind sich nicht daran erinnern oder es dieses Drama gar nie erlebt hat, weil es hier geboren wurde. Aber es weiß im Innersten - es gibt keine Sicherheit, es gibt kein Vertrauen.

    Familie Binder aus Pabneukirchen hat nun mit einer befreundeten Familie eine Petition für alle derzeit in Österreich lebenden und gut integrierten Flüchtlingskinder und ihre Familien erstellt. Ich bitte Euch herzlich, diese ebenfalls zu unterstützen.

    Wir hier in Österreich oder Europa sind in unserem Lebensraum und Lebensstil gesegnet. Allein aus Dankbarkeit dem Leben gegenüber sollten wir alle uns solidarisch erklären mit denen, die es nicht so gut haben. Die ganze Welt geht uns etwas an, denn wir sind verbunden, ob es uns bewusst ist oder nicht. Die Tränen all dieser Kinder, die aus ihrem vertrauten Umfeld herausgerissen werden, werden eines Tages zu uns zurückkommen. Vielleicht gelingt es uns, mit unserer Unterschrift einen kleinen Beitrag dazu zu leisten, dass weniger Tränen fließen.

    Danke! Segen für Euch alle! Andrea

por

Karine und Ashot sind zwei ausgesprochen liebenswerte, kluge Kinder und die Freunde meiner Kinder! Sie sind Murauer wie wir und wenn sie gehen müssen, verlieren wir unsere Freunde! Die Kinder kennen nur Österreich als ihre Heimat, man darf ihnen die nicht wegnehmen, das zerstört ihre Seele!

en contra

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